Projekt

Gemeinsam unterwegs – für mehr Miteinander

Frau liegt auf Sofa und entspannt

Neues Projekt „Rösrath verbindet“ freut sich über MitstreiterInnen

Die Auftaktveranstaltung des Projekts „Rösrath mobil – Rösrath verbindet“ Anfang Februar war ein Erfolg: Rund zwei Dutzend Interessierte kamen, um sich über das Vorhaben zu informieren. Ziel des Projekts ist es, Menschen mit eingeschränkter Mobilität mehr in das gesellschaftliche Leben einzubinden. Bei der Infoveranstaltung im Augustinushaus wurden zwei mögliche Modelle vorgestellt, die auch für Rösrath denkbar wären.  

In dem Projekt, bei dem Quartiersentwickler Camilo Aguilar Bravo die Federführung hat, geht es nicht nur um einen Fahrdienst, sondern um das Ermöglichen von Teilhabe: zum Beispiel den Besuch eines Seniorencafés, eines Angebots der Kirchengemeinde oder den Einkauf vor Ort. Mit im Projektteam sind ehrenamtlich aktive Rösratherinnen und Rösrather, ehemalige RöBus-Fahrer, Vertreter der Stadt, der Kirchen und die Engagierte Stadt. Sie haben sich in den vergangenen Monaten mit verschiedenen Modellen aus anderen Kommunen vertraut gemacht und stellten sie bei dem Infoabend vor.

So ist ein mögliches Vorbild das Projekt „Lindlar Verbindet“, das in der Nachbargemeinde seit Jahren Teil einer sorgenden Gemeinschaft ist. Ältere Menschen aus Lindlar, die nicht mehr mobil sind, können bei einer zentralen Telefonnummer anrufen und eine Fahrt mit dem „Lindlar Mobil“ (Limo) zum Beispiel zum Einkaufen oder zu einer Veranstaltung anmelden. Ehrenamtliche KoordinatorInnen nehmen die Anrufe entgegen und stellen für die ebenfalls ehrenamtlichen FahrerInnen dann eine Route zusammen. Für den Transport steht ein geleastes E-Auto zur Verfügung. „Die Menschen werden zuhause abgeholt und zum Beispiel zu Begegnungsangeboten oder auch zum Einkaufen gefahren. Es geht um Begegnung, Vertrauen und das gute Gefühl, gemeinsam etwas zu bewegen“, erklärt Camilo Aguilar Bravo. Getragen wird das Limo vom Verein „Lindlar verbindet - Quartiersentwicklung durch Vernetzung“.

Ein ähnliches Projekt gibt es auch in Kürten: „Mir-für-Üch“ ist eine Gruppe engagierter Kürtener Bürgerinnen und Bürger, die sich vor mehr als zehn Jahren ehrenamtlich unter dem Dach des Vereins „Lebendiges Kürten“ zusammengefunden haben. Auch hier gibt es eine zentrale Telefonnummer, KoordinatorInnen und einen Fahrer-Pool. „Das Kürtener Modell ist sehr niedrigschwellig. Der Unterschied zum Lindlarer Modell besteht darin, dass die Kürtener mit ihren eigenen Autos fahren. Es gab bei der Gründung zwar die Möglichkeit, ein Leasing-Fahrzeug zu erhalten, aber die Leute wollten lieber ihren eigenen Pkw nutzen“, so Eva Richter von der Engagierten Stadt. Für ihre Fahrdienste erhalten die EhrenamtlerInnen eine Aufwandsentschädigung.  

Beide Modelle bieten mittlerweile mehr als 1 000 Fahrten im Jahr an und erfreuen sich bei den Nutzenden und ehrenamtlich Aktiven großer Beliebtheit. Denn auch die FahrerInnen – meist Menschen in der Rente – profitieren: Sie tun einen wichtigen Dienst an der Gemeinschaft und haben das Gefühl, gebraucht zu werden.

Nach der Vorstellung der Modelle kam eine lebhafte Diskussion unter dem Publikum auf, bei der es unter anderem um versicherungsrechtliche Fragen, Zielgruppen und mögliche Träger ging. Fragen, die in einer weiteren Zusammenkunft, u.a. mit Vertretern aus Lindlar und Kürten, vertieft werden sollen. Der Gedanke, mit einem solchen Projekt Menschen aus der Einsamkeit zu holen, stieß jedenfalls auf große Zustimmung: Am Ende trugen sich nahezu alle Anwesenden in die ausgelegte Interessentenliste ein.

Haben Sie Interesse, bei dem Projekt mitzuwirken? Dann melden Sie sich gern bei uns:
Camilo Aguilar Bravo, Quartiersentwickler Rösrath Mitte, Mobil +49 151 22596870, Mail: c.aguilarbravo@caritas-rheinberg.de
Eva Richter, Engagierte Stadt Rösrath, 02205 9477515, Mail: eva.richter@engagiertestadt-roesrath.de